Caffineo

Die Bohne, technisch

Was du wissen musst, bevor sie in deine Röstmaschine kommt.

Herkunft, Aufbereitung, Sensorik, Kennzeichnung — alles auf einer Seite. Damit du dir ein Urteil bilden kannst, bevor du zum Hörer greifst.

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  • Lupinus albus, Süßlupine aus deutschem Vertragsanbau
  • Fertig geröstet oder als Rohbohne zum Selberrösten
  • Kein Koffein, sehr wenig Säure, voller Körper

Die sechs Fragen, kurz

Muss ich mein Röstprofil ändern?

Nein. Wir liefern die Lupine fertig geröstet, du mischst nur. Wer selbst rösten will, bekommt Rohware und ein Ausgangsprofil dazu.

Wie viel kommt in den Blend?

Von 20 bis 70 Prozent ist alles im Feld. Am häufigsten und am dankbarsten: fifty-fifty. Du entscheidest das je Sorte, nicht wir.

Schmeckt man es?

Bei Blindverkostungen mit Deutscher Röstergilde und Deutschem Kaffeeverband schmeckten Fachleute kaum einen Unterschied.

Ist das Ersatzkaffee?

Nein. Kein Getreide, keine Zichorie, kein Aroma, kein Streckmittel. Eine eigene Bohne neben deinem Kaffee.

Was ist mit dem Allergen?

Lupine ist kennzeichnungspflichtig. Deshalb steht dazu unten ein eigener Abschnitt und nicht eine Fußnote.

Und wenn etwas schiefgeht?

Es gibt genau eine bekannte Reklamation: zu fein gemahlen. Jede Mühle muss deutlich gröber — im Vollautomaten mit härteren Folgen. Steht weiter unten, samt Lösung.

Herkunft

Süßlupine aus deutschem Vertragsanbau. Bitterstoffarme Zuchtsorten — „süß“ meint hier nicht den Geschmack, sondern den niedrigen Alkaloidgehalt, der die Pflanze überhaupt erst lebensmitteltauglich macht.

Der Anbau läuft über feste Partnerbetriebe, nicht über den Rohstoffhandel. Es gibt keinen Börsenkurs für Caffineo, weil es keine Börse dafür gibt. Der Preis wird zwischen uns vereinbart.

Ausgewählte Ware, keine Futterqualität

Für den Weltmarkt ist Lupine ein Futtermittel. Wer dort einkauft, bekommt Futterqualität — und schmeckt sie auch. Wir kaufen nicht dort ein.

Bestimmte Süßlupinen-Sorten, angebaut nach unserer Vorgabe, geerntet und aufbereitet für die Kaffeewelt statt für den Trog. Der Landwirt bekommt dafür ein Vielfaches des Futterpreises — und genau deshalb bekommen wir eine Qualität, die diesen Namen verdient. Wir behandeln sie wie Rohkaffee: eigene Aufbereitung, eigenes Röstprofil, jede Charge einzeln geröstet.

Der Maßstab

Kaffee wird auf zwei Arten gehandelt: als Commodity nach Menge und Ausfallmustern — oder als Spezialitätenkaffee nach Herkunft, Varietät und Aufbereitung. Lupine wird bisher ausschließlich auf die erste Art gehandelt.

Caffineo ist der Versuch, sie in die zweite zu heben: bekannte Betriebe, festgelegte Varietät, definierte Aufbereitung, chargenweise Röstung, ein Preis, der die Sorgfalt bezahlt. Das ist der Grund für den Preis — und der Grund, warum sie im Blend nicht auffällt.

Ein Cupping-Score bekommt sie deshalb nicht. Sie ist kein Kaffee, das Bewertungssystem passt nicht auf sie. Behandelt wird sie trotzdem so.

Zwei Lieferformen

Du entscheidest, wie viel Arbeit du dir machen willst. Beides ist möglich, beides ist richtig.

Variante A

Fertig geröstet

Wir rösten separat auf unser Profil, du mischst nur. Kein Röstversuch, kein Allergenmanagement in deiner Trommel, keine Umstellung. Der schnellste Weg zur ersten Charge.

Variante B

Als Rohbohne

Du bekommst die Caffineo-Lupine ungeröstet und röstest sie auf deiner Maschine. Mehr Kontrolle, mehr Handschrift — und die Möglichkeit, das Profil auf deine Sorten hin zu bauen.

Und das ist der Teil, den sonst niemand mitliefert

Das Röstprofil entwickeln wir gemeinsam.

Nicht per Merkblatt. Rainer geht mit dir durch, wie sich die Lupine im Röster verhält — Temperatur, Zeit, Verhältnis, Abbruchpunkt. Das läuft aus der Ferne, per Telefon oder Videocall; deine Röstkurven reichen. Du röstest, wir denken mit.

Wenn du schon ein Profil hast, das dir gefällt, bleibt es natürlich deins. Dann optimieren wir es gemeinsam, statt es umzuwerfen.

Verarbeitung

Reinigung, Sortierung, Trommelröstung. Wir rösten Lupine und Kaffee getrennt, und das aus einem handfesten Grund: Die Lupine geht wegen ihres Zuckeranteils schneller in die Farbe als Arabica. Eine gemeinsame Röstung zwingt dich zu einem Kompromiss, den keine der beiden Bohnen verdient.

Sensorik

  • Körper — voll, deutlich mehr als bei entkoffeiniertem Kaffee
  • Süße — nussig, karamellig, bleibt im Abgang
  • Säure — sehr niedrig, puffert säurebetonte Arabicas ab
  • Crema — stabil; die Lupine trägt Proteine bei, die den Schaum stützen
  • Koffein — keins

Sensorische Beschreibung aus eigener Verkostung, keine Laborwerte. Was gemessen ist, steht im Datenblatt weiter unten.

Im Blend

Die Spanne reicht von 20 Prozent bis 60, in Einzelfällen 70. Am häufigsten landen Röstereien bei fifty-fifty, und das aus zwei Gründen: Es ist geschmacklich das dankbarste Verhältnis, und es läuft in Vollautomaten am konstantesten. Bei HEIDE original liegen die Hybride bei rund 66 Prozent Lupine.

Unter 10 Prozent ist der Effekt sensorisch kaum noch da — und unter 10 Prozent darf das Zeichen „Caffineo inside“ auch nicht geführt werden.

20 % 50 % 70 % voller Kaffeeanteil mehr Caffineo, weniger Koffein
Den Regler stellst du. Die meisten landen bei fifty-fifty — das ist geschmacklich das dankbarste Verhältnis und läuft in Vollautomaten am ruhigsten. Jede deiner Sorten, dein Röstprofil, dein Name auf der Tüte.

Weil die Lupine kein Koffein mitbringt, steuert der Regler zwei Dinge gleichzeitig: den Koffeingehalt und den Anteil deiner Mischung, der nicht am Weltmarkt hängt. Robusta enthält etwa doppelt so viel Koffein wie Arabica — auch das rechnet mit.

Der eine Punkt, an dem es schiefgeht

Der Mahlgrad. Die Lupine bringt mehr Feinanteil mit und quillt stärker auf als Kaffee — das betrifft jede Mühle, am Siebträger genauso wie im Vollautomaten. Nur sind die Folgen sehr unterschiedlich.

Am Siebträger ist eine echte Umstellung nötig, keine halbe Raste. Der Mahlgrad muss deutlich gröber als bei reinem Kaffee, sonst läuft der Bezug kaum durch. Wer das weiß, hat es beim zweiten Versuch im Griff.

Im Vollautomaten gilt dasselbe, nur mit härterer Folge: Bleibt es fein, setzt sich die Brühgruppe zu, und dann muss die Maschine zerlegt werden. Das ist die einzige Reklamation, die wir kennen — und ein Satz auf der Tüte verhindert sie: deutlich gröber mahlen, Pulvermenge leicht runter. Sag das deinen Kunden aktiv.

Kennzeichnung und Allergen

Lupine ist ein kennzeichnungspflichtiges Allergen nach Anhang II der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 und muss im Zutatenverzeichnis hervorgehoben werden. Bei Erdnussallergikern sind Kreuzreaktionen möglich.

Das ist der Punkt, an dem in jedem Röstereigespräch kurz Stille eintritt — zu Recht. Es geht um Reinigung, Trennung und Deklaration, und das ist Arbeit. Deshalb steht es hier oben und nicht im Kleingedruckten.

Unsere Antwort darauf ist Variante A: Wer die Lupine fertig geröstet bezieht, hat sie nie ungebrannt in seiner Trommel. Was bleibt, ist Trennung beim Mischen und Verpacken — deutlich weniger als ein eigener Röstprozess. Musterformulierungen und die vollständige Spezifikation liefern wir mit.

Was wir nicht mitliefern, sind gesundheitsbezogene Aussagen. Für Werbung mit Bekömmlichkeit, Magenverträglichkeit oder Wirkungen auf den Schlaf gibt es keine zugelassenen Claims — wer damit wirbt, handelt sich Ärger ein. Der Vorteil dieser Bohne lässt sich ohne solche Sätze erklären. Für die Kennzeichnung auf deiner Tüte bist du als Lebensmittelunternehmer verantwortlich; das nimmt dir niemand ab, auch wir nicht.

Was nebenbei wegfällt

Zwei Dinge, die nichts mit Geschmack zu tun haben und trotzdem in deiner Kalkulation stehen:

Kaffeesteuer. Röstkaffee kostet in Deutschland 2,19 Euro je Kilogramm. Lupine ist kein Kaffee — auf den Caffineo-Anteil fällt keine an. Versteuert wird, was an Kaffee tatsächlich drin ist.

EUDR. Lupine steht nicht auf der Liste der Rohstoffe, die von der EU-Entwaldungsverordnung erfasst sind. Dein Kaffeeanteil bleibt betroffen, der Caffineo-Anteil fällt aus dieser Nachweiskette heraus.

Datenblatt

Die vollständige Spezifikation — Sorte, Herkunft, Röstgrad, Siebung, Wassergehalt, Haltbarkeit, mikrobiologische Werte und Allergenmanagement — liegt dem Musterpaket bei. Wenn du sie vorher brauchst, schick uns eine kurze Mail.

Der nächste Schritt ist klein

Erst probieren, dann reden.

Geröstete Caffineo-Bohne, eine fertige Referenzmischung zum Danebenstellen und die Spezifikation. Auf Wunsch Rohware zum Selberrösten.

  • Kostenlos, keine Rücksendung
  • Kein Vertreterbesuch, kein Vertrag im Anhang
  • Antwort innerhalb von zwei Werktagen

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Lieber direkt fragen? 0172 5854263 — da geht Rainer ran. 27 Jahre eigene Rösterei, du musst nichts erklären.